Hallo
Tassie Freunde,
hier
spricht Pascale de Sully. Auf dieser Seite werde ich Euch die heißestesten
Neuigkeiten von Tassie, Tina, Tati, Tito und Teenie-Weenie mitteilen.
Es gibt hier auf dieser Seite bald u.a. die Fortsetzungsgeschichte "Träume
vom Beutelwolf" von Prof.Dr.Heinz Moeller und ich habe ein paar Zeichnungen
dazu gemacht. Ihr könnt gerne mir auch ein paar Bilder schicken und
vielleicht wird ja mal ein richtig schönes Kinderbuch daraus.
| Beutelwölfe
unter sich |
(Foto: Moeller/Sol/Pascale) |
14.01.2009
- Träume vom Beutelworf - Teil 8 (15.12.08)
Der vierte Traum: Kindheitserinnerungen
Schließlich kam die vierte Nacht, und wieder träumte Heiner, er sei im Museum – wieder stand er vor dem Präparat des großen Raubbeutlers. "Heute möchte ich Dir etwas über meine Kindheit erzählen", begann dieser unvermittelt. "Das erste, woran ich mich erinnere, ist die große warme Zunge meiner Mutter. Ich war gerade auf die Welt gekommen; zwar konnte ich noch nicht sehen, und Hinterbeine und Schwanz bildeten nur kleine Stummel, doch mit meinen kräftigen Vorderpfoten, die scharfe Krallen trugen, zog und wand ich mich durch Mutters Fell. Dabei bewegte ich suchend den Kopf hin und her und folgte dem Geruch, der dem Beutel entströmte, und der Nahrung und Geborgenheit versprach. Da traf mich die Zunge meiner Mutter, um mich sauberzulecken, so daß ich mich mit allen Kräften am Fell festhalten mußte -; wir Beuteltiere werden nämlich winzig klein geboren", fügte er erklärend hinzu. "Schließlich gelangte ich durch die Öffnung des Beutels in das Innere und fand auch bald die letzte freie Zitze. Drei der Milchspender waren schon von meinen Geschwistern in Besitz genommen worden. Sogleich versuchte ich zu trinken, doch dazu mußte ich meinen Mund über das Zitzenende schieben. Das war recht schwierig, denn mein Körper maß gerade mal einen Zentimeter, und die ganze Zitze war größer als ich. Ein herrliches Gefühl überkam mich, als ich die ersten Züge trank. Völlig erschöpft von diesen Anstrengungen schlief ich bald darauf ein. Stunden später weckten mich starke rhythmische Bewegungen; besorgt, die Zitze zu verlieren, klammerte ich mich mit aller Kraft fest, dennoch, ein kräftiger Stoß und ich konnte mich nur noch mit dem Munde festhalten. Inzwischen hatte nämlich das Zitzen-ende seine Form verändert; es war in meinem Munde knopfartig angeschwollen und konnte nicht mehr herausgleiten. Unvermittelt wurden die Bewegungen sehr viel stärker –, Mutter ging auf Jagd! Danach folgte eine längere Ruhephase, während der sie schlief. Alle paar Stunden fuhr sie mit der Schnauzenspitze in die Beutelöffnung und schob die uns vier Säuglinge bedeckende Haut ein wenig zurück, dann beleckte sie uns ausgiebig und reinigte gleichzeitig unsere Kinderstube.
Es vergingen Wochen und Monate; meine Geschwister und ich hatten inzwischen beträchtlich an Größe zugenommen und bereits ein Fell bekommen, wenn es auch
Abb. 11: Jungtier gegen Ende der Beutelphase, Foto aus H. Moeller, 1997
noch recht dünn war. Schließlich konnten wir die Augenlider öffnen, und einige Zeit später ließen wir sogar schon mal unsere Zitze los. Im Beutel wurde es ungemütlich eng, obwohl sich dieser stark gedehnt hatte; oft drängten wir alle vier mit den Köpfen zum Ausgang, und ein jeder versuchte, den anderen mit kräftigen Strampelbewegungen fortzuschieben. Was gab es da alles zu bestaunen! Die langen Wedel der Baumfarne reichten bis zum Boden herab, wir sahen hohes Gras, in dem es geheimnisvoll raschelte, und große dunkle Steine in einem Bach. Auch nachts war die Welt erfüllt von unbekannten Geräuschen und Gerüchen, es duftete nach feuchter Erde und würzigem Eukalyptuslaub, und manchmal, wenn Mutters Jagdzüge erfolgreich waren, nach Fell oder Federn und nach Blut. Doch bisher waren wir mit unserer Milchkost voll zufrieden ...
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Bericht

09.08.2007
- Träume vom Beutelwolf - Teil 7
Der Klassenausflug
Wie der Zufall es wollte, hatte die Klassenlehrerin am kommenden Vormittag einen Besuch im Zoologischen Garten geplant. Zwar mußten alle Eltern zuvor eine Erklärung unterschreiben; Heiner verstand nicht recht, worum es ging, es war von "Einwirkungen durch Fliegerangriffe" die Rede. Dennoch, er durfte mit, und dieses Mal wurde es ein ganz besonderer Zoobesuch. Sie fuhren mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Zoologischer Garten, und dann sahen sie auch schon die großen steinernen Löwen; beiderseits vom Eingang blickten sie majestätisch über die Köpfe der Menschen hinweg. Hier waren auch die Kassen, wo man Eintrittskarten kaufen konnte. Da mehrere Schulklassen das gleiche Ziel hatten, mußten Heiner und seine Kameraden eine Weile warten. Als erstes wollten natürlich alle "Siam" begrüßen und stürmten am Straußenhaus vorbei zu seinem Gehege. Wie ein lebendes Denkmal stand der Elefantenbulle ganz nah am Absperrgraben, und die Besucher reichten dem ausgestreckten Rüssel trockene Brötchen, Möhren und Äpfel. Mit anderen "Dickhäutern" bewohnte er ein wunderschönes großes Haus, das man nach dem Vorbild eines Indischen Tempels gebaut hatte. Heiners Klassenkameraden warfen zunächst das mitgebrachte Futter in Siams Gehege, denn sie fürchteten sich vor dem großen feuchten Rüsselende mit dem merkwürdigen Greiffinger. Rollte ein Apfel in den Graben, dann folgte prompt der Spott der Mitschüler: "Mensch, du mußt mal Zielwasser trinken", war das mindeste, was der Unglücksrabe zu hören bekam. Auch Heiner wollte sich schon von den beiden trockenen Schrippen trennen, doch rechtzeitig erinnerte er sich an seinen Traum und hob sie lieber für andere Tiere auf, die für die meisten nicht so interessant waren und deshalb nicht so viel Futter von den Besuchern erhielten. Neben Siams Freianlage lag das Gehege von "Mtoto", dem großen Nashornbullen, der in Ostafrika gefangen wurde. Er war vor allem bei den Jungens beliebt, weil er häufiger mit kräftigem nach rückwärts gerichtetem Strahl gegen eine Wand pinkelte, so daß es nach allen Seiten spritzte. Die Lehrerin erklärte den lachenden und johlenden Kindern, daß Nashörner mit ihrem Urin den Wohnraum gegen Artgenossen abgrenzten – ähnlich wie Hunderüden am Laternenpfahl. Es handele sich also keinesfalls um eine "Ferkelei" (wie die Kinder meinten) sondern ein Verhalten, das für die Tiere wichtig sei; doch die Klasse hörte kaum zu. Nachdem sie auch die übrigen Elefanten bestaunt hatten –, natürlich mußte die halbwüchsige "Indra" ausgiebig begutachtet werden, die 1938 im Zoo geboren war -, drängte die Klasse weiter. Alle strebten zu den Affen, und keinesfalls wollte man die Robbenfütterung versäumen, die war bereits um 11 Uhr. Heiner protestierte laut, er bestand darauf, wenigstens "ganz kurz" die Scha-brackentapire und die Zwergflußpferde zu besuchen, deren Gehege neben dem Eingang zum Elefantenhaus lagen. "Och, die sind doch langweilig, die liegen ja immer nur im Wasser", maulte einer seiner Mitschüler, als die Lehrerin sie tatsächlich um die weite Elefanten-Freianlage herumführte. Die Zwergflußpferde waren zwar viel kleiner als die großen, die ein besonderes Haus bewohnten, doch sie bettelten in der gleichen Weise um Futter wie ihre riesigen Verwandten, mit weit aufgerissenem Maul; dabei konnte man die langen klingenartig geschliffenen Eckzähne gut sehen. Heiner zog eine Schrippe aus der Frühstückstasche, die an einem Riemen über seiner Schulter hing, und er traf genau die dicke Zunge, die zwischen den Backenzahnreihen des Unterkiefers kaum Platz fand. Zu einigen Klassenkameraden gewandt sagte er: "Die Tiere hat man extra für den Zoo gefangen, und ich finde, dann müssen wir sie uns auch angucken". Dabei dachte er an den Beutelwolf, dem man so wenig Beachtung geschenkt hatte. Einige Mitschüler sahen ihn verständnislos an, doch einer meinte schließlich, daß er eigentlich Recht habe, Zwergflußpferde seien auch ganz interessant. Sein zweites Brötchen erhielt einer der Scha-brackentapire im Nachbargehege. Mit ihrem kurzen Rüssel und der merkwürdigen Schwarz-Weiß-Zeichnung sahen sie aus wie "gescheckte Zwergelefanten" (meinte jedenfalls die Lehrerin). Im Affenhaus lebte der gewaltige Gorillamann "Pongo" in einem großen Käfig. Da man kein Gorillaweibchen hatte, gab man ihm eine Schimpansin zur Gesellschaft, mit der er sich gut vertrug.
Als sich alle Kinder vor der Absperrmauer zu den Seelöwen drängten, die während der Fütterung nach den ins Wasser geworfenen Fischen um die Wette schwammen, lief Heiner einem vorbeigehenden Tierpfleger nach: "Ach, Entschuldigung, wo sind denn hier die Beutelwölfe?" Der junge Mann blickte verdutzt: "Beutelwölfe ham wa nich, aba frach ma den alten Wärta im Jroßen Raubtierhaus, der müßte eijentlich über die wat wissen." Die Klasse besuchte kurz vor dem Nachhausegehen noch Tiger, Löwen und Leoparden, als Heiner einen älteren Mann in Uniform entdeckte, der gerade ins Haus wollte. Auf die Frage, ob es hier mal Beutelwölfe gegeben hätte, war der Wärter nicht gefaßt (doch was ein richtiger Tierpfleger ist, der weiß eigentlich alles über Zootiere): "Vor dem ersten Weltkrieg, so vor ungefähr 36 Jahren, als ich hier anfing, lebte noch einer im Raubtierhaus. Ich glaube,
die sind inzwischen sehr selten oder sogar schon ausgestorben." "Darf ich bitte noch ´was fragen?" – Heiner ließ nicht locker, schließlich hatte er einen Augenzeugen vor sich, "wie war denn der Beutelwolf so, ich meine, war er interessant? Und mochten ihn die Besucher?" Beeindruckt vom Wissensdurst des Knaben meinte der Pfleger geduldig: "Genau weiß ich es nicht mehr, aber so richtig begeistert hat er eigentlich niemanden." Heiner bedankte sich höflich und ging zu seiner Klasse zurück. Als die Lehrerin wissen wollte, was er denn mit dem Wärter besprochen hatte, erhielt sie zur Antwort: "Ach, ich hab´ nur gefragt, ob es hier noch Beutelwölfe gibt. Im Naturkundemuseum, da steht nämlich ein ausgestopfter, der hat früher mal hier im Zoo gelebt."
Nach dem Abendbrot bat er seinen Vater, ihm zu helfen. Er wollte doch zu gerne erfahren, wieviele Beutelwölfe es im Berliner Zoo gegeben hatte, denn der Wärter wüßte nur von einem Tier. Vater hatte Verständnis für die neue Leidenschaft seines jüngsten Sohnes und versprach ihm, sich erkundigen zu wollen. Leider kam er nicht mehr dazu, denn wenige Tage später, am 22. November 1943, wurden große Teile des Zoos durch Fliegerbomben zerstört, und Heiners Familie verließ die Stadt.
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Bericht

09.08.2007
- Träume von Beutelwolf - Teil 6
Zunächst begriff ich die Bedeutung seiner Worte nicht; doch später, nachdem im Laufe der folgenden Wochen viele Besucher die geschmeidigen Bewegungen der großen Katzen bewunderten und das mächtige Gebiß der Hyäne ehrfürchtig bestaunten, mir jedoch nur einen flüchtigen Blick gönnten, verstand ich ihn schließlich ... Hatte man mich deshalb gefangen und monatelangen Strapazen ausgesetzt, um schließlich erkennen zu müssen, daß ich für die Ausstellung in einem Zoo nicht taugte?
Wenige Monate später wurde es bitter kalt, mein Strohlager bot mir nicht genügend Schutz, und so fror ich schrecklich; bald fühlte ich mich schwach und hatte auch keinen rechten Appetit. Schließlich, es war ein Abend im November, konnte ich nicht mehr aufstehen, und als der Tierpfleger am nächsten Morgen zur Fütterung kam, lag ich steif im Käfig." Heiner konnte nur mühsam seine Tränen unterdrücken, mit erstickter Stimme flüsterte er: "Hat man Dich dann ins Museum gebracht?" Der Beutelwolf schien zu nicken: "Ja, dann kam ich hierher."
Heiner wachte auf, das Schicksal des Beutelwolfs war ihm sehr nahe gegangen, und er nahm sich fest vor, beim nächsten Zoobesuch kein Tier mehr auszulassen.
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21.02.2006
- Träume vom Beutelwolf - Teil 5
1864 - auf dem Weg nach Deutschland
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Bericht

22.11.2004
- Träume vom Beutelwolf - Teil 4
Der dritte Traum - im Zoo
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08.11.2003
- Träume vom Beutelwolf - Teil 3
Dies ist die Geschichte vom zweiten Traum !
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Bericht

05.04.2003
- Träume von Beutelwolf - Teil 2
Der erste Traum: Gefangen
In der folgenden Nacht träumte Heiner, er wanderte noch einmal durch die Säle des Naturkundemuseums, doch dieses Mal allein. Und wieder blieb er vor dem Beutelwolf stehen; der war jedoch nicht mehr in seiner Glasvitrine eingesperrt, sondern stand frei auf einem Podest. Ganz deutlich vernahm der kleine Junge eine Stimme, die von dem Präparat her kam, allerdings bewegten sich die Lippen nicht, und auch der Kiefer blieb geschlossen: "Ich habe Dich heute gesehen und Dein Mitleid gespürt", schien er zu sagen; gebannt blickte Heiner auf das Tier. "Ich möchte Dir etwas über mein Leben erzählen, und Du sollst mehr erfahren als andere Menschen." Zunächst empfand der kleine Junge ein wenig Furcht, doch rasch hatte er sich gefaßt und nickte. Zaghaft fragte er den Beutelwolf, ob dieser denn wirklich schon vor 79 Jahren hier im Zoo gelebt habe, und wie er denn in Gefangenschaft geraten sei.

Das Tier antwortete, obwohl Heiner auch dieses Mal nicht die geringste Bewegung erkennen konnte: "Als ich in den Berliner Zoo kam, war ich schon neun Jahre, – das ist für Beutelwölfe ein hohes Alter." Er machte eine Pause und schien einen Augenblick nachzudenken, dann fuhr er fort: "Ich lebte in den Tasmanischen Wäldern. Eine Woche zuvor war eine meiner Schwestern von einem Schäfer getötet worden. Das hatte der Familie den Appetit auf Lamm gründlich verdorben, und wir zogen uns tief in den Busch zurück. Vor ein paar Tagen hatte ich Mutter und Schwester verlassen, denn wenn wir weiter zusammenblieben, gab es für uns zu wenig Nahrung; manchmal stritten wir uns schon um ein kleines Rattenkänguruh, das unsere Mutter gefangen hatte. Du mußt wissen", erläuterte er, "Rattenkänguruhs sind etwa so groß wie Kaninchen, und davon konnten wir drei natürlich nicht satt werden. So machte ich mich allein auf Nahrungssuche. Doch bisher hatte ich lediglich ein paar Mäuse gefangen, einen kleinen Nasenbeutler überrascht und ein Nest mit drei jungen Erdsittichen ausgegraben, allerdings machte die spärliche Nahrung meinen Hunger nur noch größer. Ich stöberte durch das Unterholz, als mir plötzlich der Duft von frischem Fleisch in die Nase stieg. Hatte da ein anderer Beutelwolf mehr Glück bei der Jagd gehabt, oder waren es die Reste einer Mahlzeit vom Beutelteufel? Zwar roch es auch nach etwas unbekanntem, was mich beunruhigte; als ich jedoch vor dem Brocken Känguruhfleisch stand, konnte ich nicht widerstehen und biß vorsichtig zu. Das Fleisch schien am Boden festzuhängen, und so versuchte ich, es mit einer Pfote freizuscharren. Unvermittelt sprang etwas aus dem Laub hervor und schnappte nach meinem Fuß, heftiger Schmerz durchfuhr mich, und ich machte einen großen Satz zur Seite." Heiner schaute unwillkürlich am Bein des Beutelwolfs herunter, während er dem Tier gebannt lauschte. "Das harte Ding ließ jedoch meinen Fuß nicht los, sondern folgte mir ein kurzes Stück; dann wurde ich zu Boden gerissen, und eine klirrende Kette straffte sich zwischen mir und dem nächsten Baumstamm – ich war gefangen! Ich erinnere mich nur noch, daß ich in panischer Angst so lange auf der Kette und den Eisenbügeln der Falle herumgebissen hatte, bis ich schließlich mein eigenes Blut schmeckte. Irgendwann schlief ich vor Erschöpfung ein.

Als der Morgen graute, weckte mich ein kräftiges Schnauben, ein riesiges dunkles Tier stand neben mir, und auf seinem Rücken saß ein Mensch. Ich versuchte fortzulaufen, doch wieder hielt mich die Kette zurück. Der Fallensteller stieg vom Pferd und betrachtete mich eine Weile; er ließ sich von meinem weit aufgerissenen Maul nicht abschrecken, sondern zog geschickt einen Sack über mich. Unvermittelt ließ der heftige Schmerz in meinem Bein nach, ich war von der Falle befreit. Obwohl das Pferd zunächst scheute und ängstlich schnaubte, wurde der Sack, in dem ich lag, an den Sattelknauf gehängt. Viele Stunden fühlte ich, wie ich hin- und herschaukelte und immer wieder gegen den Pferdekörper schlug; schließlich kamen wir zur Hütte des Pelztierjägers. Der sperrte mich in eine Kiste, in der ich stehen und mich etwas bewegen konnte, schob durch den schmalen Spalt eine Blechschüssel mit Wasser und gab mir ein frischtotes Kaninchen. Kaum entfernten sich die Schritte, versuchte ich mit Zähnen und Krallen aus meinem Gefängnis auszubrechen. Vergebens, die Kiste war solide gebaut und aus dicken Brettern zusammengefügt. Schließlich besiegten Hunger und Durst meine Furcht –, ich hatte mich dem Schicksal ergeben, trank und fraß. Sogar der Schmerz in meiner Pfote war kaum noch zu spüren, denn ich hatte die Wunde immer wieder beleckt. So verging einige Zeit in einer Art Dämmerzustand, nur unterbrochen vom Erscheinen des Trappers, der mit einer Holzlatte die beschmutzte Laubstreu aus meiner Kiste herauszog und durch frische Blätter ersetzte. Jeden Tag erhielt ich Wasser und ein Stück Fleisch, das ich meist sofort verschlang, denn ich war sehr ausgehungert. Das reichhaltige Nahrungsangebot stammte von den Tieren, die wie ich in die Fallen des Pelztierjägers geraten waren, meist Fuchskusus und kleinere Känguruhs."

Völlig verstört wachte Heiner auf; er konnte sich nicht erinnern, jemals so lebhaft geträumt zu haben. Es schien ihm, als hätte er selbst an den Erlebnissen des Beutelwolfs teilgenommen. Da er beim Frühstück abwesend wirkte, fragte ihn seine Mutter, ob er nicht gut geschlafen habe, Heiner schüttelte nur den Kopf. Verwundert war auch die Lehrerin über seine Frage, wo denn Tasmanien liegen würde; doch nach der Stunde zeigte sie ihm bereitwillig die Insel auf dem Atlas. Am Nachmittag besuchten sie die Großeltern; Großvater freute sich über die Zeichnung seines Enkels, und es gab zur Belohnung ein besonders großes Stück Buttercrèmetorte. Kurz bevor Heiners Eltern aufbrechen wollten, gelang es ihm, den Großvater zur Seite zu nehmen: "Opi", frug er geheimnisvoll, "warst Du schon mal in Tasmanien?" Von Großvaters Erzählungen aus seiner Zeit bei der Handelsmarine wußte er, daß dieser sogar bis nach China gekommen war. Großvater verneinte. Auf seine Gegenfrage, weshalb er denn ausgerechnet auf Tasmanien komme, erhielt er jedoch eine ausweichende Antwort: "Ach, nur so, es interessiert mich einfach". Abends wurden noch rasch Schularbeiten gemacht und Heiner ging todmüde zu Bett, – doch die Erlebnisse des Beutelwolfs hatte er nicht vergessen ...
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23.11.2002
- Tassie Tiger Spiel erschienen
Gibt es das überhaupt? Die Antwort lautet Ja! Ty ist ein wilder und charismatischer, Bumerang werfender Tasmanischer Tiger, dessen Abenteuer den Spieler durch eine ausgezeichnet animierte 3D-Umgebung im wilden und prächtigen Australien führen. Ty, der von einem Rudel Bilbies aufgezogen wurde, hat nur vage Erinnerungen an seine Familie und Freunde und lebt in dem Glauben, dass er der einzige noch lebende Tasmanische Tiger ist. Als er die Chance hat, einen geheimnisvollen Stammesältesten zu treffen, erfährt er, dass es außer ihm doch noch andere Tasmanische Tiger gibt, die jedoch in einer anderen Welt gefangen sind - der Traumzeit. Ty muss fünf gestohlene Glücksbringer finden, mit denen sich das Tor zur Traumzeit öffnen lässt, das sich tief im australischen Outback befindet. Wenn er diese Aufgabe erfolgreich erledigt, kann Ty seine Familie retten und von da an mit ihr zusammen leben. Somit beginnt Tys aufregende und spannende Reise durch den Regenwald, verschneite Berge, verlassene Gegenden und ein Wallriff. Während der Reise trifft er auf viele verschiedene Charaktere, die sowohl Freunde als auch Feinde sind, und bei denen es sich um einheimische Tiere des australischen Outbacks handelt. Der süße Ty ist z.B. in Anlehnung an den ausgestorbenen Tasmanischen Tiger entstanden, und der böse Boss Cass - der zusammen mit seinen Günstlingen ein Hindernis darstellt, das Ty überwinden muss - erinnert an einen Strauß. Das Spiel bietet viele einzigartige Elemente, einschließlich Tys Gebrauch charakteristischer Bumerangs. Es beinhaltet außerdem zahlreiche Gameplay-Inhalte wie Kämpfe, Reiten, Geduldspiele und verschiedene "Mini-Spiele".
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18.10.2002
- Träume von Beutelwolf - Kapitel 1
Eine fast wahre Erzählung von Heinz F. Moeller
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